Meine Süßwassergarnelen Neocaridina

Auf einigen meiner Bilder sind immer mal wieder Garnelen zu entdecken. Diese Putzigen gesellen bewohnen bei mir jedes Aquarium einfach zur Freude des Betrachters. Die genannte Art gibt es mittlerweile in unzähligen Farbvarianten welche am Ende aber wieder alle auf eine Art zurückzuführen sind.

In der Haltung sehr anspruchslos kommen sie mit diversen Temperaturen und Wasserqualitäten zurecht und vermehren sich ununterbrochen in kurzen Abständen.  Oft werden sie als Algenfresser angepriesen was aber bei einer algenplage nicht helfen wird da sie nur den Biofilm abweiden und dort alles verzehren was sich darauf ansiedelt aber weniger an Algen herumknabbern. Dafür gibt es andere Garnelenarten wie zum Beispiel die Armano Garnele welche ich aber nicht halte da die Vermehrung schwieriger ist.

Meine Garnelen wie ich sie jetzt mal vorsichtig nenne haben eine Lebenserwartung von etwa 2 Jahren was aber Abweichungen nach unten und oben zulässt je nach Haltungsbedingungen.

In wärmeren Becken haben diese der Zehnfußkrebs angehörigen Rasse einen erhöhten Stoffwechsel was sie natürlich auch schneller altern lässt.

Die Vermehrung findet ununterbrochen statt und verläuft bei dieser Art komplett im Becken ohne unser Zutun ab. Ist der Einsatz welcher bei den Meisten Weiblichen Tieren sehr gut am Rücken direkt zu erkennen ist ausgereift häuten sich die weiblichen Tiere und nehmen die Eier alle am Unterleib auf wo sie sie Pflegen und durchgehend bewegen um sie vor Pilzen und sonstigen Krankheiten zu schützen. Bei dieser Häutung entlassen sie einen Lockstoff in das Becken welcher die männlichen Tiere anlockt und diese teilweise wie wild im Becken herumschwimmen lässt auf der Suche das zu befruchtenden Weibchens.  Hier hat man dann beim Beobachten ein klares Indiz für eine baldige Erhöhung der Garnelenanzahl im Becken. Die Eier benötigen 4-6 Wochen zur Reifung und entlassen dann vollständige Miniversionen ihrer Eltern aber noch komplett farblos. Die Farben werden im späteren entwicklungsverlauf bei jeder Häutung weiter ausgeprägt.

Möchte man nur eine Farbe wirklich dauerhaft im Becken haben so muss man wohl oder übel des Öfteren sortieren da immer mal wieder andere Farbvarianten oder auch farblose Tiere durchkommen werden. Wer hingegen eventuell seine eigenen Farbvarianten züchten möchte kann diverse Farben dieser Tiere ins Becken setzen und schauen was dabei entsteht. Da die Vermehrung flott geht hat man innerhalb eines Jahres eventuell schon Farbvarianten die man so im Handel nicht bekommen kann. Wie ich finde eine sehr spannende und einfach zu pflegende Art welche viel Freude und Farbe ins Becken bringt.

Entscheidet man sich für Garnelen muss man natürlich bei den Fischen etwas wählerischer sein da Garnelen gerade nach dem Schlupf sehr gern auch als Lebendfutter angesehen und bejagt werden.

Hier bieten sich diverse Höhlen und dichter Bodenbewuchs als Schutz an. Diverse Moose wachsen im Aquarium hervorragend und sind optisch gut anzuschauen sehr hilfreich bei der Wasserpflege und werden zum Hauptlebensraum dieser kleinen Tierchen da sie die Moose als gute Versteckmöglichkeiten nutzen und den dort anfallenden Biofilm abgrasen.

trächtiges Blue Jelly Weibchen

Zu den verschiedenen Moosen und Moosartigen später mehr.

Bei mir leben die Garnelen auch mit Skalaren zusammen welche ausgesprochen gute Jäger sind. Hier ist dichter Bodenbewuchs ein Muss um die Garnelenpopulation stabil zu halten.

Wer also lieber schöne Farben und eine große Population haben möchte sollte sich auf kleiner Fische oder auch gar keine Fische beschränken. Gute Partner sind diverse Welse da diese sehr friedlich sind und die Garnelen nicht bejagen.

Die Beckengröße für Garnelen kann ab 10 Litern aufwärts genutzt werden und bei reinen Garnelenbecken sogar Techniklos betrieben werden, auch dazu später mehr.

Ich persönlich halte nur Blue Jellys aktuell von denen mein Start mit 10 Tieren war und im Moment ungefähr bei 300 liegt, wenn man alle Becken zusammennimmt. Warum nur diese eine Farbgebung?

Dies war eigentlich so gar nicht geplant und hat sich aus nur einem speziellen Grund ergeben.

Eines der ersten Jungtiere hatte statt schwarzer Augen Rote mit weißer Umrandung. Dies fand ich höchst interessant und ansehnlich also beließ ich es erst mal bei den bisher angeschafften Tieren und wartete die nächsten Würfe ab. Mit der Zeit hatte ich dann 10 Tiere mit diesen interessanten Augen welche ich separat in ein anderes Becken setzte um einen eigenen kleinen Stamm mit eben dieser Augenvariation zu bekommen. Mittlerweile habe ich nur noch sehr wenige Tiere mit schwarzen Augen aber es kam noch eine weitere interessante Variation dazu, nämlich weiße Scheren mit roter Umrandung.  Nun wollte ich auch dieses bei allen Tierchen durchsetzen was nicht so gut funktionierte wie bei den Augen aber trotzdem auf Dauer Erfolg brachte.  Bedingt durch die Tatsache das ich mit nur 10 Tieren begann ist im Laufe der Zeit aber leider die bläuliche Farbe der Sorte fast komplett verschwunden womit ich nun zwar meine gewünschten Augen und scheren habe, doch trotzdem jetzt an der Farbe arbeiten muss. Da ich vorher nicht mit einem Blog gerechnet hatte ist Fotomäßig leider nicht viel Material vorhanden. Aber den jetzigen Aufwand und die Fortschritte bei der wieder Auffrischung der Farbe bzw. je nachdem was passiert und welche Farbschläge hervorkommen werde ich dies dokumentieren.

Ich füge aber mal ein paar ältere Bilder von früheren Farbvarianten bei welche zufällig entstanden sind ohne spezielle Selektion. Auch hier sind schon einige interessante dabei. Soviel erstmal in diesem Beitrag, es werden zu diesem Thema noch weitere folgen.

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